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Weihrauch im Oman - die Weihrauchstrasse


Weihrauch - Was ist das eigentlich?

Weihrauch ist das getrocknete Harz des Weihrauchbaumes (boswellia sacra), das beim Verglühen einen aromatisch duftenden Rauch entwickelt. Es gibt 25 verschiedene Arten von Weihrauchbäumen, die in erster Linie im Dhofar-Gebirge in Südarabien, aber auch in Äthiopien, Eritrea, im Sudan und in Indien wachsen. Es handelt sich um knorrige Bäume, die nur wild wachsen und weder verpflanzt noch gezüchtet werden können.
Die Ernte des Weihrauchs läuft heute noch genauso ab, wie schon vor Tausenden von Jahren. Die Rinde am Stamm und an dicken Ästen der Bäume wird zunächst mit einem spitzen Messer fast waagerecht eingeritzt. Anschließend blutet der Baum ein Harz aus. Dieses Harz ist zunächst weiß, wird dann hellgelb und ist nach dem Trocknen so durchsichtig wie Bernstein, weshalb es auch als "Tränen der Götter" bezeichnet wird. Das Endprodukt des ersten Schnittes hat jedoch noch kaum Aroma, ist daher wertlos und wird weggeworfen. Nach drei Wochen wird die Rinde des Baumes erneut eingeritzt. Das Harz verbleibt diesmal drei Wochen zum Trocknen an den Austrittsstellen und wird dann mit einem Messer abgeschlagen. Ein Weihrauchbaum wird nur drei aufeinander folgende Jahre bewirtschaftet, anschließend wird ihm eine mehrjährige Erholungspause gegönnt.

Die Bedeutung von Weihrauch

Weihrauch gehörte in der Antike zu einem der begehrtesten Handelsgüter der Welt. In Rom wurde es einige Zeit sogar in Gold aufgewogen. Schon zur damaligen Zeit wurde Weihrauch in der Medizin als desinfizierendes und entzündungshemmendes Räuchermittel verwendet und zu Salben weiterverarbeitet. Außerdem hatte es damals für viele religiöse Kulthandlungen eine außerordentliche Bedeutung, so war Weihrauch beispielsweise eine besonders wertvolle Opfergabe.
Auch heute noch spielt der Weihrauch in den Bräuchen der katholischen und orthodoxen Kirche eine wichtige Rolle. Außerdem wird er in der arabischen Welt zum Parfümieren von Wohnräumen und Kleidung und zur Aromatisierung von Trinkwasser eingesetzt. Die ätherischen Dämpfe des Weihrauchs wirken desinfizierend und lindern Atembeschwerden und in fester Form eingenommen hilft das Harz gegen Magen-, Darm- und Nierenbeschwerden. Die Omanis kauen den bitteren Weihrauch auch häufig wie Kaugummi, um einen frischen Atem zu bekommen.

Die Weihrauchstraße - Aufstieg und Niedergang der ältesten Handelsroute der Welt

Die Weihrauchstraße, eine der ältesten Handelsrouten der Welt, zog sich über eine Strecke von 3.400 km vom Süden Arabiens bis zum Mittelmeer. Bei der legendären Wüstenstadt Petra in Jordanien teilte sich die Weihrauchstraße in einen nördlichen Zweig mit dem Endpunkt Gaza und einen östlichen Zweig mit dem Endpunkt Damaskus. Für die Bewältigung dieser Strecke brauchten Kamelkarawanen ungefähr 100 Tagesmärsche.
Wie das aromatisch duftende Produkt des Orients gewonnen wurde und woher es genau stammte, blieb den Abnehmern des Handelsgutes lange Zeit verborgen. Die Karawanenführer bewahrten ihr Geheimnis für sich und es wurden viele mysteriöse Geschichten erfunden, die den Weihrauch zu einem sagenumwobenen Gut und damit noch wertvoller machten.
Die Erschließung der Weihrauchstraße wurde erst durch die Domestizierung des Dromedars in der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. überhaupt möglich, da dadurch die Abhängigkeit von den wenigen Wasserstellen in der Wüste rapide abnahm. Nachweislich wurde die Handelsroute erstmals im 10. Jh. v. Chr. genutzt. Entlang der Route, die zum größten Teil durch trockene, menschenfeindliche Wüstengebiete führte, formierten sich im 8. Jh. v. Chr. die südarabischen Königreiche der Antike, zu denen Saba, Maín, Qataban, Ausan und Hadramaut gehörten und wodurch der Weihrauchhandel einen Aufschwung erlebte. Es entstanden im Laufe der Zeit befestigte Städte mit Bewässerungsanlagen, Tempeln und Märkten. Der Bedarf an Weihrauch stieg, vor allem im Mittelmeerraum war das Handelsgut sehr begehrt, so dass die Handelsroute mit ihren angrenzenden Königreichen und Städten seit dem 5. Jh. v. Chr. ihre Blütezeit erlebte. Als im 1. Jh. v. Chr. der Seeweg über das Rote Meer von den Herrschern Ägyptens erschlossen wurde, konnten diese aktiv in den Weihrauchhandel einsteigen und die hohen Zölle und Abgaben umgehen, die auf dem Landweg erhoben wurden. In der Folge verlor der alte Karawanenweg an Bedeutung und den antiken arabischen Königreichen wurde allmählich die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Als sich im 7. Jh. der Islam immer weiter ausbreitete, verlor der Weihrauch an Bedeutung. Er fand zwar nach wie vor in der Medizin Anwendung, für religiöse Riten wurde er jedoch nicht verwendet, da er als heidnischer Überrest aus vorislamischer Zeit abgelehnt wurde. Die Entdeckung des Seeweges nach Indien im 16. Jh. führte schließlich zum endgültigen Bedeutungsverlust der einst so wichtigen Weihrauchstraße. Die einst so wichtigen Handelsstationen an der Karawanenroute wie Sanaa, Medina und Petra, sind heute nur noch Ruinenstädte, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden.


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